| Eurasier - Rassehund - Familienhund |
Forum der Zuchtgemeinschaft für Eurasier e.V.
- Ausgewählte Beiträge der Forumsmitglieder -
Thema: Eurasier und Jagdtrieb
Beitrag Diana Beitrag vom Samstag, September 11, 2004
Hallo Eurasier-Freunde!
So eben habe ich mich neu in Eurem Forum angemeldet und möchte mich mal vorstellen. Mein Name ist Diana, ich bin 30 Jahre alt und wohne mit meinem Mann in Deckenpfronn.
Zu unserer kleinen "Familie" gehören zum Einen zwei Britisch Kurzhaar Katzen, Valerie (two in one) und Dr. Watson (Katerbaby)die uns beide wirklich nur viel Freude bereiten und zum Anderen zwei Hunde, da wären also:
- Asca, eine mittlerweile 10 jährige, schwierige Mischlingshündin die ich vom Tierschutz in Teneriffa übernommen habe, sie hat schwerste HD und benötigt ständig Medikamente.
- Weiter haben wir noch einen Toller (Nova Scotia Duck Tolling Retriever), Anoop, der im November 2 Jahre alt wird. Auf den Toller sind wir gekommen, weil wir zum Einen einen nicht zu großen Hund wollten, einen Hund mit dem man arbeiten kann und der verträglich ist. Ein Toller ist KEIN kleiner Golden, ist Mißtrauisch und nicht immer leicht zu führen, eine Herausforderung! Anoop hat den Wesenstest für Toller bestanden und wurde mit 50 von 60 Punkten durch die Begleithundeprüfung geführt (bei Retrievern mit Apport). Weiter haben wir einen Dummy A-Kurs sowie die Vorbereitung zur JP/R (Jagdliche Jugendprüfung Retriever) hinter uns.
Die Arbeit mit Anoop macht sehr viel Freude, er arbeitet alleine sehr gut und zuverlässig, ist sehr folgsam und macht im Alltag, nach viel Training, keine Probleme mehr. Sein Mißtrauen ging anfangs so weit, dass er fremde Personen anbrummte was er heute angeleint gar nicht mehr macht, er neigt allerdings noch dazu Menschen die z.B. im Wald unverhofft um eine Ecke kommen zu verbellen/stellen wenn er frei ist, das ist also momentan unsere nächste Herausforderung! So ruhig wie er zuhause ist, so eine RAKETE ist er draußen, sein Jagdtrieb ist ziemlich ausgeprägt, sofern ich ihn nicht ständig beobachte und schon beim ersten Anzeichen abpfeife geht er los, in der Gruppenarbeit wird er so triebig, dass er fast nicht mehr zu führen ist, aus diesem Grund melden wir uns momentan für keinen Dummy F Kurs an und arbeiten am Gehorsam in der Gruppe, was auch gut klappt, um dies dann auf Gehorsam in der arbeitenden Gruppe ausdehnen zu können.
Wie Ihr seht haben wir hier noch viel Arbeit vor uns und Ihr fragt Euch sicher wie so jemand auf das Eurasier Forum kommt :-)
Nun, für uns ist klar, dass wir immer einen Toller haben wollen, ob wir allerdings nach unserer Asca einen zweiten Toller dazu wollen ist fraglich, zwei so Raketen sind nicht grad leicht zu händeln. Wir haben auf der Ausstellung "Tierwelten" die Eurasier zum ersten Mal gesehen und uns zuerst mal in ihr Aussehen verliebt, es war klar, dass wir über diese Rasse erst mal mehr wissen wollten. Solange Asca noch lebt und Anoop so jung ist sind wir zwar noch Jahre von einem neuen Hund entfernt, wollen uns aber jetzt schon mal über den Eurasier informieren und uns schlau machen. Es bringt ja nicht´s sich einen Hund nur nach dem Aussehen auszusuchen!
Da Asca nicht grad einfach ist und Anoop auch ein sehr kerniger Hund ist hätten wir den nächsten Hund gerne etwas einfacher. Bitte nicht falsch verstehen, nicht von der Rasse her, da wissen wir über den Eurasier noch zu wenig, sondern vom Charakter, der Zucht her! Asca kommt wie gesagt vom Tierschutz und wie wir erst später erfahren haben, eben weil wir uns nicht lange genug informiert haben, kommt Anoop aus einer schon sehr kernigen Verpaarung was alles nicht grad einfacher macht.
Wir hoffen also, dass wir hier einige Informationen über den Eurasier sammeln können, eventuell auch in Erfahrung bringen können wie es denn so mit dem Jagdtrieb aussieht, wie sich erfahrungsgemäß seine Zurückhaltung gegenüber Fremden auswirkt und vielleicht auch noch die Möglichkeit haben so für den Ernstfall an einen guten, ehrlichen, erfahrenen Züchter zu kommen, der uns vielleicht so einen Hund zuteilt, wo man nicht gleich wieder von Anfang an sieht, dass es Probleme geben könnte.
Dafür würden wir dann einen tollen, schönen Platz in einer lieben Familie bieten, durch die Ausbildung von Anoop, lesen von vielen Büchern und dem Besuch von Seminaren ist, denke ich, auch einiges an Kenntnis vorhanden. Was allerdings nicht immer auch dafür steht alles richtig zu machen :-)
Jetzt wünsch ich Euch noch ein schönes Wochenende und werd mich mal weiter durch Euer Forum lesen!
Liebe Grüße
Diana Irion Mitglied im DRC/VDH mit Asca (Mix/H), Anoop (NSDT/R), Valerie (BKH/two in one) und Dr. Watson (BKH/Katerbaby)
Beitrag vom Dienstag, September 14, 2004
Hallo Diana, herzlich willkommen hier im Forum. Mit zwei Katzen und zwei Hunden ist Ihr Tag derzeit sicherlich bestens ausgelastet.
Ihr Anoop ist ein echter Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Deutschen Retriever Club, DRC, im VDH / FCI (Liebe Mitleser, bitte diesen Verein DRC im VDH nicht verwechseln!). Ich muss gestehen, bisher habe ich mich recht wenig über Jagdhunde informiert. Anoop kann mir daher sicherlich das eine oder andere verraten.
Zunächst hoffe ich, dass Sie über die Homepage der Zuchtgemeinschaft für Eurasier e.V. (ZG) viele Antworten auf Ihre Fragen finden können. Als erste Anlaufstelle haben wir die Rubrik 10 Fragen, zehn Antworten gebastelt. Davon ausgehend könnten Sie dann immer tiefer in die Materie einsteigen.
Information ist das Eine, einen Eurasier live erleben, das andere. Hierzu bieten sich unsere Veranstaltungen, Spaziergänge und Treffen an. Sollte eine Veranstaltung räumlich und zeitlich für Sie passen, müssten Sie sich lediglich rechtzeitig bei der angegebenen Adresse - am besten per Telefon - anmelden. Möglich ist auch, dass Ihnen unsere Welpenvermittlung einen Eurasierbesitzer in Ihrer Nähe nennt. Sie werden feststellen, dass die meisten Eurasier - wo immer möglich - bei diesen Treffen frei und unangeleint herumlaufen. Auch gibt es in der Regel keine Auseinandersetzungen zwischen den Hunden. Der eine oder andere "Platzhirsch" wird es sich vielleicht nicht nehmen lassen, einem "Jungspund" die Meinung zu sagen, ein kurzes Wortgefecht, das war's. Wann immer ich kann, nehme ich daher mit meinen beiden Eurasiern an solchen Treffen gerne teil. Es macht nicht nur mir Spaß so viele friedliche Eurasier zu erleben, sondern auch meine Eurasier genießen es ihre Artgenossen zu treffen.
In unserer Zuchtgemeinschaft für Eurasier e.V. wird die Zucht zentral gelenkt. Wir haben eine Zuchtleitung, bestehend aus den Körmeistern Herrn Alfred Müller, Frau Edith Marahrens und Frau Gisela Aach. Frau Aach ist auch Hauptzuchtleiter. Zudem wird eine umfangreiche Datenbank bei den Verpaarungsempfehlungen zu Rate gezogen. Unsere Züchter werden sodann durch die Zuchtwarte betreut, es findet eine ausführliche Erstwurfbesichtung statt, eine Wurfabnahme, etc.. Zum einen ist dies durchaus eine "Inspektion", aber auch eine willkommene Betreuung, denn so hat ein Züchter Gelegenheit vor Ort anstehende Fragen zu klären und auch Anregung zu bekommen. Nun ist bei einer Verpaarungsempfehlung ja eine ganze Menge zu beachten und Frau Aach hat hierzu einiges in der ZG Züchterecke zusammengetragen.
Da Sie speziell nach dem Jagdtrieb fragen, auch dazu findet sich ein interessanter Artikel von Frau Aach über die Zuchtwertschätzung, bei dem zum Schluss dies anhand des Beispiels "Jagdtrieb" dargestellt wird: Zuchtwertschätzung.
Ergänzend hierzu möchte ich meine eigene Meinung zu dem Thema "Jagdtrieb" äußern:
Auch ein Eurasier ist ein Hund - wenn auch ein ganz besonderer - d.h. auch ein Eurasier wird beeinflusst durch:
- Genetik und Herkunft
- Frühe Prägung und Sozialisation
- Umwelt und Umfeld
- Erziehung
Haben Sie z.B. einen Eurasier, der von hause aus wenig Jagdtrieb mitbekommen hat, der aber dann beim neuen Besitzer eher "frei" erzogen wird, möglicherweise in einem Umfeld, in dem es Gelegenheiten für unerwünschtes Verhalten gibt, oder gar andere Hunde beim gemeinsamen Spaziergang dazu einladen, nun ja ... ich denke, es ist klar, was dann passiert. Ich muss also auch als Besitzer konsequent in meiner Erziehung sein und meinem Hund am besten andere, erwünschte Betätigungsfelder bieten. Je nachdem wie die Gene fallen, kann natürlich trotzdem auch etwas Jagdtrieb vererbt werden. Wir versuchen das zwar, wie man an dem Artikel von Frau Aach sieht, in Grenzen zu halten, aber die Genetik hat manchmal so ihre eigenen Vorstellungen ...
Was meinen wir überhaupt mit dem Wort Jagdtrieb? Für mich ist es dieses "da läuft was, ich renne hinterher". Verglichen mit Jagdhunden ist ein Eurasier eher "langsam", verliert also schnell Sichtkontakt und somit das Interesse an einer weiteren Verfolgung. Wir Menschen haben sowieso einen besseren Überblick über die Landschaft, könnten also meistens sehen, wo sich was Interessantes für den Hund tut ... und wirken am besten bereits auf unseren Hund ein bevor er überhaupt eine Chance hat, loszurennen; wir lassen ihn dann herankommen, Sitz machen, lenken ihn mit was Erwünschtem ab, etc.
(Anm.: Hier folgte eine Antwort zur Zurückhaltung des Eurasiers, bitte in der entsprechenden Rubrik bei den ausgewählten Beiträgen vom Forum nachlesen)
... Und vielen Dank für den interessanten Link zu einem hundefreundlichen Hotel. Viel Spaß beim Durchstöbern der ZG Homepage.
Viele Grüße
Ellen mit Merlin und Blikki, im Forum auch manchmal WMG genannt = Webmastergehilfe
Beitrag vom Mittwoch, September 15, 2004
Hallo Ellen!
Was Sie so alles schreiben hört sich einfach toll an! Also Anoop ist ein DRC e.V. Hund (VDH/FCI), NICHT DRC Soltau!
Die ganzen Links die Sie angegeben haben bin ich schon durch und hab mir das Meiste auch ganz durchgelesen, es war für mich ganz interessant auch mal zu sehen wie alles so in anderen Vereinen abläuft, es gibt da doch den ein oder anderen Unterschied zu unserem Verein.
Bei Retrievern allgemein wird auch oft der Unterschied zwischen Show- u. Arbeitshund gemacht bei unseren Tollern ist das noch nicht ganz so wobei uns schon vorab bekannt war, dass unsere Züchter sehr auf die Arbeit Wert legen.
Anoop kommt aus einer Verpaarung wo beide Eltern gute Arbeiter sind und der Vater wird jagdlich geführt. Seinen Jagd/Hetztrieb würde ich mit "noch zu kontrollieren" beschreiben, ein Spaziergang mit verbundenen Augen, wie bei unserer Hündin möglich, ist mit ihm allerdings nicht zu machen :-)
D.h., dass wir schon früh, wie Sie es auch beschrieben haben, gelernt haben mit der Situation umzugehen. Wir laufen also sehr vorausschauend um ihn rechtzeitig abrufen oder absitzen lassen zu können. Wir haben auch eine Art Antijagdtraining mit der Schleppe hinter uns welche es mittlerweile möglich macht ihn einfacher handzuhaben. Es kommt immer öfters vor, dass er Wild sieht, mich anschaut und sich dann entscheidet lieber ein Leckerchen abzuholen als zu rennen.
Er gehört auch nicht zu den Hunden die gehen und stundenlang weg bleiben, er rennt los (wenn ich die ersten Anzeichen verpennt habe) und kommt recht schnell wieder, oft macht er nur einen Bogen. Da es allerdings RAKETEN sind, blitz schnell und wendig könnte es auch mal etwas länger dauern wenn direkt vor mir ein Hase hochgehen würde. Er war aber noch nie länger wie vielleicht 1/2 Minute weg, wenn überhaupt.
Alleine mit vorausschauend laufen ist es hier aber nicht getan, er arbeitet sehr gut und intensiv über die Nase, man muss ihn also schon sehr genau beobachten und kennen um zu erkennen wann er was in die Nase/Wind bekommt. Das es auch was mit der Genetik zu tun hat ist klar, wir haben Toller im Bekanntenkreis die weit aus weniger über die Nase gehen und eher auf Sicht jagen würden. Noch dazu ist Anoop ein sehr kerniger Rüde u. wie der ganze Wurf nicht ganz einfach zu führen, dank ihm haben wir viel dazugelernt, es hat also alles auch seine gute Seite :-)
Wenn unsere Asca mal nicht mehr ist möchten wir nicht noch so eine Rakete dazu, es darf also ein Hund sein, bei dem man den Hetztrieb schön lange schlummern lassen kann und ihn vielleicht einfacher lenken kann falls er doch erwacht. Hier gefällt mir sehr was Sie geschrieben haben, also dass der Eurasier eher langsamer ist und dann auch schneller ablässt. Wie man von der Erziehung her dagegen gehen kann wissen wir, allerdings gestaltet es sich trotz des Wissens und der Umsetzung bei unserem Toller als eher schwierig und es wäre schön, wenn das alles bei einem Eurasier vielleicht eher greifen würde.
Auch gefällt mir, dass Sie schreiben alle Hunde sind immer frei und es gibt fast keinen Ärger, es wäre schade einen Hund zu haben der auf solche Spaziergänge nicht mit kann. Im Alltag ist Anoop verträglich, auch mit fremden Hunden, allerdings nervlich nicht so belastbar, er kann mit Streß nicht umgehen (z.B. bei der Gruppenarbeit m. d. Dummy), das nicht umgehen können äußert sich dann so, dass seine Reizschwelle sinkt u. er aggressiv wird was er sonst nie ist. Ich habe mich daher aus der Gruppenarbeit verabschiedet, wir brauchen in erster Linie einen Hund, der alltagstauglich ist und nervlich so gut drauf, dass wir keine Probleme mit ihm haben, es bringt also nichts ihn diesem Stress auszusetzen.
Es wäre uns also auch wichtig einen Hund aus einer Zucht zu bekommen wo die Tiere wesensfest und belastbar sind bzw. einfach ausgeglichen. Natürlich wird darauf auch bei den Tollern geschaut wir haben aber leider einen Hund aus einer Verpaarung genommen wo, wenn es stimmt, auch einige andere Tiere aus der weitläufigen Familie Probleme damit haben. Wir sind nach dem gegangen was man über die Rasse finden konnte, haben DRC-Züchter gesucht und leider nicht weiter die Linien verfolgt, uns fehlte das Wissen darüber und natürlich spricht man über so was auch nicht, wir haben alles was wir heute über Anoop´s Familie wissen erst später durch Nachforschungen mitbekommen. Wir haben ihn soweit, dass er alltagstauglich ist und ein soweit guter folgsamer Hund, allerdings können wir mit ihm nicht an der Dummyarbeit in der Gruppe weiter machen weil er da durchknallt.
Mittlerweile kennen wir so viele Züchter und Namen in der Tollerwelt, dass wir das bei einem nächsten Hund vielleicht vermeiden könnten, wollten aber eher was dazu wo ruhiger ist wie ein Toller.
Wie hoch schätzen Sie das "Risiko" ein, bei den Eurasiern trotz VDH/FCI Hund aus einem Verein an einen Züchter zu kommen der uns einen Hund gibt wo sich im Nachhinein auch solche negativen Dinge herausstellen? Wir sind etwas skeptisch geworden! Es ist uns natürlich klar, dass auch trozt guter Züchter und Elterntiere jederzeit mal eine, nennen wir es mal "Laune der Natur" dabei sein kann, nur müsste die ja nicht wieder bei uns landen :-)
(Anmerkung: ... siehe Zurückhaltung ...)
Hilfe, jetzt hab ich wieder so viel geschrieben! Aber die Fragen lassen sich nun mal nicht in einem Satz beantworten ohne dass hier ein falsches Bild entsteht, es spielen ja immer viele Faktoren eine Rolle!
Noch mal im kurzen gesagt hätten wir Freude an einem Hund der aussieht wie ein Eurasier, der wesensfest und nervenstark ist, wo der Jagdtrieb möglichst gering ist und sich gut kontrollieren lässt, der sich nicht unbedingt von jedem anfassen lassen muss, der aber nicht auf Menschen los schiesst weil er zu misstrauisch ist, der nicht schnappelt, keine zu große Rakete ist, mit dem man aber etwas mehr machen kann wie nur die normalen Spaziergänge, also Treffen, etwas Agility oder ähnliches.
Nachdem wir oft Tiere vom Tierschutz hatten die nicht immer einfach waren und wir trotz guter Überlegung auch einen nicht ganz einfachen VDH/FCI Hund bekommen haben ist es für uns einfach mal an der Zeit einen lieben guten Hund zu haben der nicht so viele Schwierigkeiten mit sich bringt (Gute Erziehung und Sozialisierung natürlich vorausgesetzt).
Liebe Grüße
Diana Irion Mitglied im DRC/VDH mit Asca (Mix/H), Anoop (NSDT/R), Valerie (BKH/two in one) und Dr. Watson (BKH/Katerbaby)
Beitrag vom Samstag, September 18, 2004
Hi! Ich würde gerne mal wissen, ob eure Eurasier Jagdtrieb haben!? Das war´s schon!
GVLG Sparky
Beitrag vom Samstag, September 18, 2004
Hallo, Sparky, unter der Rubrik "Rund um den Eurasier" finden Sie im Thread" "Neu angemeldet" unter anderem einen von Frau Conzelmann geschriebenen Bericht über Jagdtrieb der Eurasier im allgemeinen und ihrer Hunde im Besonderen.
Meine Erfahrung: Mein Rüde hat überhaupt keinen Jagdtrieb (und er hätte oft Gelegenheit dazu, weil er fast immer unangeleint durch sein mittlerweile 9jähriges Leben läuft, aber darüber hinaus auch ansonsten völlig zuverlässig reagiert).
Meine Hündin hat schon einige Jagdausflüge hinter sich (in ihrem 7jährigen Leben ca. 10, also auch nicht die Menge...), mit der Konsequenz, dass sie nur dort frei läuft, wo im Umkreis von ca. 1km keine Straße ist (und das können wir ihr mindesten 1x am Tag für 1,5 Stunden bieten). Sie verfolgt nur dann Wild, wenn dieses sich bewegt, auf dem Weg stehende und sich nicht bewegende Rehe sind uninteressant, sogar beängstigend.. Sie kommt immer nach wenigen Minuten zurück und sucht sich deshalb vermutlich unterwegs keine neuen Spuren. Wenn ich das wegrennende Wild zuerst wahrnehme, kann ich sie aber stoppen, das heißt, erzieherische Beeinflussbarkeit ist vorhanden.
LG Birgit
Beitrag vom Montag, September 27, 2004
Hallo Diana, noch bereichert Asca Ihr Leben und ich wünsche Ihrer Asca noch viele wunderschöne Jahre mit Ihnen und Anoop.
Ich verstehe Ihren Ansatz, ich verstehe auch Ihre Sorge. Ich glaube auch, dass Sie eigentlich wissen, dass Ihnen niemand eine Garantie geben kann, dass ein Eurasier keinen Jagdtrieb zukünftig zeigen wird. So wie ich die Sache sehe, sorgt aber der Dreiklang Vererbung - Umwelt - Erziehung dafür, dass man Einfluss nehmen kann.
Einerseits hätten Sie mit Ihrem Wissen beste Voraussetzungen um einen Jagdtrieb in einem jungen Hund entweder gar nicht erst erwachen zu lassen oder zumindest einzuschränken. Andererseits, mit zwei Hunden hat man auch gleich ein Team ... und der ältere Hund kann dem jüngeren Vieles beibringen - er kann u.U. auch das Interesse für die Jagd erst erwecken. Aber auch das wissen Sie ja.
Ich denke, es sollte sich Jeder unbedingt auch die Frage stellen, weshalb will ich ausgerechnet einen Eurasier? Bei mir spielte das besondere Wesen des Eurasiers eine große Rolle, die Ruhe und Gelassenheit, die diese Rasse auch im Umgang mit vielen anderen Hunden bei Spaziergängen und Treffen zeigt. Auch die eigenständige Persönlichkeit eines Eurasiers zog mich magisch an. Ein Eurasier spürt oft die vorhandene Stimmung seiner Menschen und reagiert intuitiv richtig darauf. Es ist gerade dieses Wesen, das mich so fasziniert und das zumindest ich ganz persönlich nicht durch übermäßig viel "Erziehung" verbiegen möchte. (Damit wir uns nicht falsch verstehen, verständnisvolle Erziehung, ja, aber eben im Rahmen).
Für mich war auch wichtig, dass ein Eurasier nicht übermäßig viel Auslauf benötigt, denn ganz so sportlich veranlagt bin ich nicht. Meine Eurasier bekommen in etwa ihre zwei Stunden Auslauf pro Tag (derzeit meistens verteilt auf zwei Spaziergänge täglich in einem riesigen Park, wo ich sie frei und ohne Leine laufen lassen kann - es sei denn uns begegnet ein Hund, der an der Leine geführt wird - dann leine ich meine auch an) plus Spielphasen im Garten, und - wann immer ich kann - nehme ich mit ihnen auch gerne an Eurasierspaziergängen teil. Im Park treffen wir übrigens fast täglich ein kleines Rudel Windhunde. Blikki, unsere noch relativ junge Eurasierhündin, versucht dort oft mitzuhalten, aber diese Geschwindigkeiten schafft sie einfach nicht, nicht mal als kurzer Spurt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Blikki nur denkt: "Wow, sind die aber schnell ...!"
Finde ich in der Nähe eine für uns geeignete Hundeschule, mache ich auch das, allerdings mehr deshalb, weil ich meinen Eurasiern mehr Sozialkontakte (mit Hund und Mensch) bieten möchte. So ganz nebenbei frischt es natürlich auch meine Kenntnisse wieder auf, und Interessantes, Neues kommt hinzu. Ich lerne dort auch so manches, das sich beim Spaziergang als ein spannendes Spiel zwischendurch nutzen lässt. An der derzeitigen Schule gefällt mir ganz besonders, dass man die Eigenheiten eines jeden Hundes berücksichtigt und entsprechend differenziert vorgeht. Eurasier mit ihrer Reserviertheit vor Fremden weichen ja gerne vor Fremden zurück, das äußert sich auch in der Schule bei bestimmten Übungen. Durch verständnisvolles und differenziertes Training kann man hier einiges erreichen. Ein ganz dickes Lob an das Trainerteam für Ihr Verständnis für das unterschiedliche Verhalten der verschiedenen Rassen und der verschiedenen Hundepersönlichkeiten. Blikki erinnert mich mittlerweile sogar an die Trainingsstunden, damit wir sie ja nicht versäumen ...
Eurasier (und ihre Besitzer) lernt man am besten persönlich kennen. Der beste Rat, den ich Ihnen daher geben kann, ist: Nutzen Sie die angebotenen Gelegenheiten um unsere Eurasier ganz unverbindlich "live" zu erleben, die Treffen, die Spaziergänge. Auch unsere Welpenvermittlung kann Ihnen eine Kontaktmöglichkeit zu einem Eurasierbesitzer in Ihrer Nähe nennen und auch so ließe sich ein gemeinsamer Spaziergang mit Anoop, Asca und ein, zwei Eurasiern einrichten. Bei den diversen Treffen werden Sie Gesprächspartner finden, die Ihnen von Ihrem Eurasier erzählen, von seinen Vorzügen, aber auch von seinen liebenswerten Macken.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer, denn unsere Eurasier sind unsere vierbeinigen Familienmitglieder, die sich in ihrer Familie zu einer eigenständigen, liebenswerten Persönlichkeit entwickeln.
Viele Grüße, Ellen
Beitrag vom Dienstag, September 28, 2004
Hallo Ellen, vielen Dank, dass Sie sich so viel Zeit für uns genommen haben!
Ich denke Sie haben Recht, dass Meiste bzw. Wichtigste wissen wir schon selbst und sind auch in der Lage einen Hund zu erziehen wobei keiner 100 %ig ist und immer "funktioniert" - zum Glück ;-)
Wir werden also weiter auf dem Forum mitlesen, schauen wo wir vielleicht doch noch was Neues herbekommen können und mit Sicherheit, bevor es soweit ist, an einem Spaziergang teilnehmen bzw. schauen wo wir uns mit Eurasierhaltern einfach so mal treffen können.
Wir dachten einfach es kann nicht schaden sich rechtzeitig über andere Rassen zu informieren und schlau zu machen, nur nach dem Aussehen sollte man ja nie gehen. Wir haben letztes Jahr 2 Eurasier bei der Ausstellung Tierwelten in Stuttgart gesehen und waren begeistert, mit der Halterin haben wir uns auch unterhalten, ein weiteres Mal ist uns eine Frau mit auch 2 Eurasiern beim Spaziergang begegnet die einfach schön anzusehen waren jedoch beide leider nicht ganz einfach waren, natürlich kenn ich hier weder die Frau noch die Hunde genug um zu sagen woran das bei diesem Team wirklich lag!
Nochmals vielen Dank!
Liebe Grüße
Diana Irion Mitglied im DRC/VDH mit Asca (Mix/H), Anoop (NSDT/R), Valerie (BKH/two in one) und Dr. Watson (BKH/Katerbaby)
Beitrag vom Dienstag, September 28, 2004
Hallo Diana, wir freuen uns, Sie hier mit an Bord zu haben und viele Themen lassen sich durchaus auch mal "hunderassenübergreifend" diskutieren ... so wie wir auch auf das Thema Hunde und Katzen kamen
Viele liebe Grüße Ellen