Eurasier - Rassehund - Familienhund

 

 

Forum der Zuchtgemeinschaft für Eurasier e.V.

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Thema: Eurasier und Kinder

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Beitrag vom 23 April 2004

Früher hörte ich immer Eurasier seinen so tolle Familienhunde und so leicht zu erziehen, doch heute las ich ... genau das Gegenteil. Dass sich diese Rasse nicht mit Kindern vertragen würde, schwer zu erziehen sei und auch mit anderen Hunden schwer auskommt. Stimmt das, oder findet ihr Eurasier seien tolle Anfängerhunde (damit meine ich jetzt kinderlieb und einigermaßen leicht zu erziehen)? 

Mfg carina 

 

Beitrag vom 24 April 2004 

Also für uns war unser Chew auch der erste Hund. Wir haben 4 kleine Kinder und bisher in der Richtung noch keinerlei Probleme. Ich denke, dass es bei JEDER Hunderasse unbedingt wichtig ist sich VORHER im klaren zu sein was einen (und was man) erwartet. In jedem Fall sollte man mehr als ein Buch lesen um zu wissen wie ein Hund "funktioniert" und denkt. Man kann das ja keinesfalls eins zu eins vom Menschen übertragen. Wenn man wirklich weiß warum sein sich Hund so oder so benimmt, ist man als Rudelführer in der Lage schon von vornherein einzugreifen und eventuelles Fehlverhalten aus zu schließen. Das ist ja nicht nur wünschenswert sondern im"Rudel" lebenswichtig. Eins dieser Bücher ist das schon einmal erwähnte "Ein Hund kommt ins Haus " von Urs Ochsenbein. Dort lernt man wirklich viel über Hunde und deren Erziehung. 

Martin

 

Beitrag vom 24 Mai 2004 

Hallöchen … Wichtiger als die Frage ob es "Anfängerhunde" gibt, ist in meinen Augen die Vorbereitung des "Hundehaltungsanfängers" Es mag sein das es Rassen gibt die vielleicht einfacher zu handeln sind, aber den größeren Teil der Erziehbarkeit liegt wohl beim Herrchen/Frauchen. Man könnte jetzt lange aufzählen wie viele verhaltensgestörte Schoßhunde es gibt, und wieviele absolut liebe Bullterrier. Was ich eigentlich meine, ist: Wenn sich jemand die Mühe macht (BEVOR er sich dafür entscheidet sich einen Hund zuzulegen) sich mal schlau zu machen und Bücher zu wälzen, und es diesem dann gelingt sich "in den Hund reinzudenken" und zu verstehen wie diese Tiere funktionieren, hat dieser sicher auch die Möglichkeit sich einem Tier zuzuwenden, das eben nicht unbedingt ein sogenanntes Anfängertier ist. Viel grössere Probleme sehe ich dort wo Mama oder die kleine Tochter einen Hund gesehen haben, den sie einfach "süss" finden und dann meinen, sich einen solchen "auch holen zu wollen" (Das ist jetzt nicht chauvinistisch gemeint. Papas und Söhne können das auch). Was dabei herauskommt, sind dann oftmals die grössenwahnsinnigen Westies, die ja wohl bei weniger engagierten Bücherfreunden als Anfängerhunde gelten. Ich finde es ganz wichtig sich auf jeden Hund (egal welcher Rasse) vernünftig vorzubereiten. Das ist ja ein großer Vorteil unserer zentralen Welpenvermittlung, daß man sich nicht mal eben `nen Eurasier anschaffen kann und halt doch noch mal Zeit hat sich seine Gedanken zu machen. Gerade hier im Forum ist mir aufgefallen wie engagiert und interessiert doch viele zukünftige Eurasierbesitzer sind. 

Martin

 

Hinweis vom Webmaster: Hallo Martin, der Begriff "Anfängerhund" ist tatsächlich etwas unglücklich gewählt, da er impliziert, dass es so etwas wie Anfänger- und Fortgeschrittene-Hunde gibt. Wir sind uns natürlich völlig einig, dass dies eher in den Bereich der Fabeln gehört und ich kann nur Deine Aussage unterstreichen, dass man sich sehr intensiv mit der Aufnahme eines Hundes beschäftigen muss, bevor man diese Entscheidung trifft. Die bekannten "putzigen Weihnachtshunde", die sich im Januar im Tierheim finden, sind sicherlich keine Ausnahme. Ich glaube aber auch, dass dieser Thread gerade zu einem besseren Verständnis beitragen und auch der Hundeinteressent hier das eine oder andere Kriterium aufnehmen kann. … Gruß Peter (Webmaster) 

 

Beitrag vom 25. Februar 2004

AUS DER REIHE: SONJA & GERO Liebe Eurasier-Freunde, zur Zeit scheinen wir ein Rangordnungs-Problem zu haben. Ich wusste bisher gar nicht, dass es das gibt. Gero ist natürlich wesentlich stärker als die kleine Sonja und wirft sie im rasanten Spiel locker um. Rums bums, da liegt die Kleine unter ihm und wehrt sich nicht. Sie findet es toll, wenn Gero ihr durchs Gesicht schlabbert. Nur er steht über ihr und drückt sie richtig herunter. In so einer Situation greife ich ein. Ich sage Sonja "Steh auf!", aber sie reagiert nicht. Also rufe ich Gero zur Ordnung "Aus!" und schiebe ihn beiseite, helfe ihr auf und das Spiel geht von vorne los. Wie erkläre ich einem 16 Monate altem Kind, das noch nicht sprechen kann, dass es höher stehen soll, als der Hund? "Aufstehen!" Immer und immer wieder. Erkärung durch ein Wort? Das kann nicht genügen. Also erzähle ich ihr, warum das "Aufstehen!" so wichtig ist. Ob sie es wohl versteht? Ich glaube nicht, aber ich erkläre es ihr gerne noch einmal: "Aufstehen!" Ok, irgendwie scheint das nicht zu helfen. Ich lege Gero auf den Rücken, damit Sonja ihn streicheln kann und so über ihm stehen kann. Was macht sie? Legt sich neben ihn auf den Rücken und will auch am Bauch gestreichelt werden. Was nutzt es, ich musste mir etwas anderes einfallen lassen: Worüber erkennen Hunde im Rudel, wer in der Rangordnung über ihnen steht? In der Reihenfolge des Essens. Gesagt - getan. Sonja und ich essen nun immer vor Gero. Und Sonja darf Gero nun sein Fressen geben. Wir haben in den letzten Tagen ein Ritual daraus geschaffen. Sobald wir fertig sind mit dem Essen, frage ich Sonja: "Möchtest du Gero etwas zu fressen geben?" Worauf sie mit dem Kopf nickt "Hm". Sie läuft direkt zur Speisekammer, öffnet den Deckel mit seinem Fressen und hält mir den Becher hin. (Soweit versteht sich mich also doch.) Ich fülle den Portionierbecher und gebe ihr ihn wieder. Zack zack zack - da rennt sie zu Gero's Futternapf und schüttet alles mit Schwung in seinen Napf. Na gut, es geht wohl das meiste daneben, aber sie hilft auch schön artig mit und sammelt alles daneben gegangene wieder auf und legt alles einzeln in seinen Napf. Drehung. Und der Becher wird wieder in die Speisekammer gebracht. "Tür zu." Und ab wieder gucken, wie Gero frisst. Meine Idee scheint zu fruchten. Sobald ich "Aus!" zu Gero sage, hört er auf mich und er behandelt Sonja inzwischen ein bisschen vorsichtiger, springt an ihr zwar immer noch hoch, was sie natürlich auch sofort umwirft, aber er stellt sich nur noch jedes zweite Mal über sie. Ein großer Fortschritt. 

Viele Grüße, Anke

 

Anonymer Beitrag vom 25 Februar 2004

Seien Sie mal lieber vorsichtig mit Ihren Erziehungsmethoden! Kleinkinder stehen in den Augen eines Hundes absolut unter dem Hund !!! Gero ist ja jetzt in der Entwicklung schon wesentlich weiter als Sonja, er kann die Hundesprache perfekt, beherrscht alle notwendigen Bewegungsmöglichkeiten und kann schon "zur Schule gehen" ... Und Sonja kann ihn niemals mehr einholen! Sie können nicht erwarten, dass Gero auf Sonjas Befehle reagiert, das ist in der Rangordnung für "Wölfe" nicht vorgesehen, da zählt immer das Recht des Stärkeren. Das muss so sein, damit jeder genau weiß, was er tun muss. Im Moment spielt Gero mit Sonja, als wäre sie "auch ein Welpe", aber er wird sich von ihr sicher keine "Frechheiten" gefallen lassen (Festhalten, Kneifen, Schubsen oder ähnliches). Sonja verhält sich, glaube ich, instinktiv richtig, wenn sie unter ihm liegen bleibt und stillhält. Wenn sie aufstehen würde, ohne dass Gero das erlaubt, könnte es sein, dass er böse wird und eventuell zuschnappt, um sie zu unterwerfen. Das sind meine spontanen Gedanken zu dem Thema "Rangordnung". (Wir haben selber ja leider keine Kinder, aber aus den Erfahrungen anderer haben wir ein bisschen gelernt.).  

Anonym 

 

Beitrag vom 25. Februar 2004

Liebe Eurasier-Freunde! Über das Thema Rangordnung habe ich lange nachgedacht und überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben soll. Schließlich scheiden sich die Geister nirgends mehr als beim Thema Kinder- und Hundeerziehung. Ich habe mich dennoch dafür entschieden, weil es einfach dazu gehört. Es gehört zu meiner Familie und zu meinen Entscheidungen. Selbstverständlich sind meine Berichte subjektiv und sie sollen sich auf keinen Fall als "Leitfaden" verstehen. Ich will nicht über Erziehung philosophieren oder Tipps geben. Meine Berichte sind lediglich Erfahrungsberichte, Gedanken und Erlebtes. Sie dienen der reinen Unterhaltung. Wenn Sie etwas über Eurasier-Erziehung erfahren möchten, dann gibt es mit Sicherheit kompetente Mitglieder in diesem Verein, ansprechende Literatur (siehe Literaturempfehlungen) oder Hundeplätze mit Fachpersonal. Unser Gero ist ein wahrer Goldschatz und wir sind sehr froh, dass er bei uns lebt. Er hat sich gut eingefügt und bereitet uns sehr viel Freude! Dass es ab und zu auch mal Probleme gibt, finde ich normal und zu bewältigen. Also wünsche ich weiterhin viel Spaß beim Lesen der Geschichten von Gero und Sonja! 

Viele Grüße, Anke 

 

Beitrag vom 6 März 2004

Hallo Anke: Zu Ihrer Art des Umgangs mit Hund und Kind möchte ich eigentlich nur sagen, dass ich beeindruckt bin, wie Sie an die Sache herangehen, dass Sie sofort eingreifen, wenn etwas schief läuft und dass Sie gangbare Wege finden, die es ermöglichen, dass dieses "Rudel" oder besser gesagt diese "soziale Gruppe" miteinander leben kann. Ich hätte Ihren Beitrag zur Rangordnung auf keinen Fall veröffentlicht, wenn Sie sich die Angelegenheit lediglich angeschaut hätten und dann in tiefsinnige philosophische Betrachtungen verfallen wären. Aber Sie haben genau das Gegenteil gemacht und sich aktiv in ein Verhalten eingeschaltet, das Sie eben nicht tolerieren wollten und auch nicht konnten. Wenn ich ab und zu die diversen Hund-Katze-Maus-Sendungen verfolge, so versucht man den oftmals unbedarften Tierhaltern genau dieses klarzumachen und sagt ihnen, in welche Verhaltensmuster sie mit ihren ach so lieben Tierchen geraten, wenn sie sich auf der Nase herumtanzen lassen. Ein Hund bleibt ein Hund, auch wenn wir ihn noch so gerne mögen und er folgt einem bestimmten Verhalten, das man oftmals bis auf die Urformen zurückführen kann, auch wenn es durch die lange Zeit der Domestikation in den Hintergrund gedrängt wurde oder nur noch rudimentär zu erkennen ist; es bleibt aber im Tier (auch im Menschen) vorhanden. 

Peter Conzelmann, ZG Webmaster

 

Beitrag vom 7 März 2004

Hallo, Anke. Ich kann mich Herrn Conzelmann nur anschließen. Wir haben auch so einen Wildfang (Chew vom Buchentor) und noch 4 (vier) kleine Zweibeiner dazu. Meine Erfahrung hat gezeigt das die anonyme Meinung Gott sei Dank nicht zutrifft. Wenn alle unsere Hunde so gestrickt wären, hätten wir wohl alle ein echtes Problem! Vielmehr scheint es so zu sein, dass ein Hund sehr wohl in der Lage ist, seinen Rangplatz unterhalb der Kinder einzunehmen. In der angeführten Natur (Wolfsrudel) ist es ja auch NICHT zwangsläufig der stärkere, sondern oftmals einfach der klügere und souveränere, der das Rudel führt. Ich denke Sie sind da wirklich auf dem richtigen Wege. 

MfG Martin Nossek 

 

Beitrag vom 10 März 2004

Liebe Eurasier-Freunde! Wie sind Ihre Erfahrungen mit (kleinen) Kindern und Ihren Hunden? Wie reagieren Sie in schwierigen Situationen? Wie erleben Sie die Zeit des Heranwachsens ihrer Kinder und Hunde / Eurasier? Es wäre herrlich, von Ihnen zu lesen! 

Viele Grüße, Anke

 

Beitrag vom 26. März 2004 

Hallo Anke! Ich habe diesbezüglich nur Erfahrung mit meiner Dogge und meinem Neffen. Als mein Neffe geboren wurde, war Artos schon 6 Jahre alt. Das kleine Menschlein wurde ihm vorgestellt und er durfte es ausgiebig beschnüffeln. Von Stund an fühlte er sich für die Sicherheit des Kleinen verantwortlich und ließ ihn nicht aus den Augen (wir Artos allerdings auch nicht). Wenn er anfing in seinem Wägelchen zu weinen, kam Artos winselnd gerannt und bestand darauf, dass Thomas beruhigt wurde. Ansonsten gab er keine Ruhe. Er adoptierte auch zwei Katzenbabies die an seinen "Zitzen" nuckeln durften, erfolglos natürlich. Wir haben heute noch Fotos zu Hause, der große Doggenrüde und die kleinen Kätzchen am saugen. Er trug sie auch ganz behutsam in der Schnauze zurück, wenn sie zur Tür hinaus wollten. Entschuldigt wenn mein Beispiel kein Eurasier ist, aber dieser Hund wird immer in meiner Erinnerung leben. 

Liebe Grüße, Frederike 

 

Beitrag vom 30. März 2004 

Liebe Anke, unserer Luna sind kleine Kinder wohl etwas zu laut und zu hektisch. Zwar ist sie sehr neugierig und schaut immer wieder, aber lieber aus der Entfernung. Allerdings muss ich dazu sagen, das wir selber keine Kinder haben und meine Nichte und mein Neffe bereits 11 und 7 Jahre alt sind. Denen kann man schon sagen, das sie nicht so grob mit ihr umgehen dürfen. Und wenn wir dabei sind, dann lässt sie sich auch von den beiden anfassen. 

Viele Grüße, Stefanie Meier 

 

Beitrag vom 8. Mai 2004 

Liebe Anke, die Beziehung zwischen Kleinkind und Eurasier ist etwas ganz Besonderes. Als unser Dino zu uns kam, waren die Kleinen 3 und 4 Jahre alt, die größere Tochter war stärker und kam mit dem neuen Hund besser zurecht. Der kleinere Junge schrie und weinte oft, unser Dino lernte recht schnell, welches Verhalten wir zu tolerieren gedachten. Besonders beim Trösten und Schmusen zwischen Mutter und Kind wollte er immer mit dabei sein, und auch wenn es schwer fiel, manchmal hab ich ihn zur Seite geschuppst und nur das Kind im Arm gehalten. Somit hat er gelernt, meins!!!! Irgendwann hat sich das Blatt jedoch gewendet, plötzlich brauchte Dino meinen Schutz, Kleinkinder sind recht einfallsreich, Lametta und Kugeln am Halsband, Unterhosen auf dem Kopf und ähnliche Dinge. Unser Dino hatte mal 2 schwarze Barthaare, die Kinder fanden eine Schere, und schups waren die Haare weg, unwiederbringlich ! Als unser Miteinander gut eingespielt war, musste ich erkennen, dass für Andere solch ein vertrautes Miteinander eher Missgunst hervorruft. Grund: Ein Kleinkind wurde von einem Hund angegriffen, es ging durch Funk und Presse, und Leute, gerade beim Kindergarten zogen verängstigt ihre Kinder vom Dino weg, Freundinnen blieben aus, es sei ja zu gefährlich, Dino ohne Leine im Haus!?. Übrig geblieben sind die echten Freunde, drum prüfen Sie, ob ihr Eurasier auch andere Kleinkinder anspringt, auch wenn es nur zum Spaß ist ! 

Balli 

 

Beitrag vom 11. Mai 2004

Hallo, so beglückend wie die Freundschaft zwischen Hund/Eurasier und Kindern auch sein kann und sehr oft ist, bitte daran denken: Hund und Kinder (bis ca.12 Jahre, je nach Kind) sollten nie ohne das Gefühl beaufsichtigt zu sein miteinander spielen. 

g.aach 

 

Beitrag vom 25. Mai 2004 

Hallo, liebe Forumsinteressierte, gibt es die KINDERFREUNDLICHE HUNDERASSE? Was sagen Rassebeschreibungen in diversen Hundebüchern diesbezüglich tatsächlich aus, wenn sie einer Hunderasse das Prädikat "Kinderfreundlich" verleihen? Eine konkrete Antwort im Sinne des Aufzählens angeblich geeigneter Rassen ist m.E. nicht seriös! Genauso wenig, wie Hunde "gefährlich" geboren werden, genauso wenig werden sie auch "kinderlieb" geboren. Solche Eigenschaften wie Gefährlichkeit oder Kinderliebe sind ERWORBENE EIGENSCHAFTEN und keine geerbten. 

Vielmehr muss die Fragestellung heißen: WIE WIRD EIN HUND KINDERLIEB? Die Entwicklungsphase des Hundes bzw. des Welpen ist hier von Bedeutung. Lernt der junge Hund im Welpenalter Kinder als ständige Sozialpartner kennen, kann er lernen, sich auf deren Verhaltensmuster einzustellen. Von Vorteil ist es dabei, wenn der junge Hund schon beim Züchter Kontakt zu Kleinkindern aufbauen kann, denn dann wäre schon ein wichtiger Grundstein zum später "kinderlieben" Hund gelegt. Danach liegt es am neuen Besitzer, dem Hund den Umgang mit Kindern, aber auch den Kindern den Umgang mit dem Hund, zu erlernen. "Kinderhunde" müssen nämlich erst hineinwachsen in die Fähigkeit, Kindern gegenüber tolerant zu sein (wenn sie von diesen z.B. gezwickt werden). Allerdings muss der Hund nicht alles bedingungslos ertragen, es liegt am Erwachsenen, auf das Kind einzuwirken, damit dieses den Hund als individuelles Lebewesen mit Respekt behandelt und ihn auch mal in Ruhe lassen kann. Es gibt aber grundsätzlich wohl bestimmte Eigenschaften von Hundetypen, die einer kinderreichen Familie zugute kommen: Hunde-Eigenschaften wie Gutmütigkeit, Spielfreudigkeit und eiserne Nerven sind von Vorteil. Hunde, die sich ausschließlich einer Person anschließen und wenig gesellig sind, gehören auch wie z.B. typische Wachhunde oder Jagdhunde zu den Vertretern, die sich nicht unbedingt über Kindergesellschaft freuen (entnommen aus www.hundeverzeichnis.de). Das hat aber nichts mit "Kinderfreundlichkeit" zu tun. 

Letztendlich ist die individuelle Einpassung des Hundes in die Familie entscheidend. Ist diese gelungen, kann dann die Beziehung zwischen Kind und Hund eine für beide Seiten erfreuliche Qualität bekommen. Trotzdem sollte diese Beziehung immer in der Beobachtung von Erwachsenen stehen. Bestimmte Regeln müssen IMMER eingehalten werden, z.B. darf das Kind NIE den Hund beim Fressen stören, Krabbelkinder müssen in diesen o.ä. Situation "verbannt" werden. Tatsächliche Verantwortung für ein Tier kann ein Kind erst ab dem Alter von ca.10 Jahren entwickeln. Wichtig ist jedoch, dass immer eine erwachsene Person eingreifen kann, wenn es problematisch wird. Ein Kind kann Gefahrensituationen nicht rechtzeitig erkennen und deshalb auch nicht rechtzeitig reagieren. Fazit: der Erwachsene ist verantwortlich für die Qualität der Kind-Hund-Beziehung und somit auch darüber, ob der Hund ein "Kinderfreund" werden konnte.

 LG Birgit Ahmann 

 

Beitrag vom 25 Mai 2004 

Hallo ! Ich hätte da eine Frage...! Werden eigentlich alle Welpen beim Züchter auf Kinder geprägt ? Was ist ,...wenn es in der Züchterfamilie keine Kinder gibt... also auch das Muttertier nicht sehr an Kinder gewöhnt ist - die Hündin prägt ja ihre Welpen. Gibt es dazu Erfahrungen ?? 

Liebe Grüsse aus Frankreich, Iris

 

Beitrag vom 25 Mai 2004 

Hallo Iris, sicherlich gibt es auch mal einen Züchter, der keine eigenen Kinder hat - aber die Kinder in der Nachbarschaft möchte ich mal sehen, die nicht die Welpen besuchen kommen wollen! In anderen Worten, man "leiht" sich ein paar Kinder dann, und das ist meistens kein Problem! Außerdem werden viele Interessenten auch ihre Kinder mitbringen :-) Und - ganz wichtig - die Prägungsphase dauert ja bis zur 16. Woche ... da ist der Welpe ja längst schon bei Ihnen und wird auf Ihre Kinder geprägt. 

Viele liebe Grüße, Ellen Conzelmann 

 

Beitrag vom 26 Mai 2004 

Hallo Iris, wir haben auch keine Kinder im Haus aber ich habe es ausgenutzt, dass in unserer Nähe ein Kindergarten ist. Hier habe ich die Erzieherinnen gefragt, ob ich mal für eine halbe Stunde einfach so mit meinen Hunden kommen darf. Diese waren sogar begeistert, denn so kann man nicht nur den Hunden etwas lernen sondern auch die Kinder profitieren davon. Jetzt mache ich das einmal in der Woche und das tut Mensch und Tier gut. Akim ist jetzt 2,1/4 Jahr alt und Brooke wird am 26.5.04 genau 16 Wochen. Man muss nur einfach nachfragen, viele Erzieherinnen und Erzieher sind wirklich begeistert davon. 

Liebe Grüße Margarete Borchers 

 

Beitrag vom 28 Mai 2004 

Bonjour Zusammen ! Vielen Dank für die netten Antworten und Stellungnahmen...! Ich hätte da aber noch ein paar weitere Fragen... ...Gibt es Welpen die "geeigneter " sind, als andere um zu einer Familie mit Kinder zu kommen ?? (Charakter) ? Worauf muss man in dieser Hinsicht bei der Auswahl achten ?? Meine Kinder sind nicht mehr soo klein (7 & 9 Jahre )... aber gerade mein Sohn (7) ist manchmal etwas stürmisch/leidenschaftlich, was das Kuscheln angeht. Es geht also darum einen Schmuser zu finden !!! Er würde dann natürlich von der gesamten Familie verwöhnt. Meine Kinder kennen und respektieren auch das Ruhebedürfnis von Hunden (sind zum Teil mit dem Hund meiner Eltern aufgewachsen )... 

Liebe Grüsse Iris 

 

Beitrag vom 30 Mai 2004 

Hallo, liebe Iris, gerne habe ich meine Welpen in Familien mit Kindern vermittelt, denn dort ist für den Hund nie Langeweile angesagt. Auch machte ich die Erfahrung, dass sich gerade Familien sehr genau überlegen, ob ein Hund ins Haus soll und wie dieser denn dann gut zu integrieren sei. Wird dieses angestrebt, ist es von Vorteil, wenn der Züchter eigene kleinere Kinder hat, bzw. ansonsten Gelegenheiten nutzt, die Welpen mit "fremden" Kindern in Kontakt zu bringen. Prinzipiell kann nämlich aus jedem Hund ein "Kinderkumpel" werden, wenn dieser innerhalb seiner Prägezeit (bis zur 16.Lebenswoche), aber natürlich auch noch darüber hinaus, mit kindlichem Verhalten konfrontiert wird. Bei der Frage, "welcher Welpe es denn nun aus dem Wurf sein soll", empfehle ich unbedingt, die Beobachtungen des Züchters zu erfragen. Dieser kennt seine Welpen am besten, allerdings muss er aber auch Verantwortung für die Gesamtverteilung des Wurfes tragen: in meinem Fall z.B. sollten zwei kleine Rüden zu schon vorhandenen Rüden vermittelt werden (was meiner Meinung nach schwieriger in der "sog. Auswahl" ist). Generell eignet sich meiner Meinung nach jeder Welpe dazu, zu Kindern gesellt zu werden. Dieser bräuchte dafür auch nicht der große Schmuser zu sein, sondern eher temperamentvoll und spielfreudig. Wenn Kinder in der Lage sind, auf hundliche Bedürfnisse wie Rücksichtnahme und ungestörten!!! Rückzug reagieren zu können, steht einer oft lebenslangen Freundschaft zwischen Kindern und Hunden nichts im Wege. Sind die Kinder noch klein, muss aber generell der Erwachsene die "Oberaufsicht" bewahren. Wie gut ein Welpe also in eine Familie mit Kinder integriert werden kann, hängt weniger vom Typus des Welpen, als vielmehr von der Fähigkeit der Eltern ab, ihre Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Hund zu erziehen. 

LG Birgit

 

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