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Thema: Welpen/Wesen der Welpen
Beitrag "Frederike" vom Montag, März 15, 2004
Hallo! Mit diesem Beitrag wende ich mich vor allem an die Eurasierzüchter die schon mehrere Würfe hatten. Ab wieviel Wochen erkennt man welcher Welpe der eher dominante, welcher das Tempramentbündel oder der Gelassene wird? Ich habe schon mehrfach von sogenannten Welpentests gelesen die im Alter von 6 bis 7 Wochen gemacht werden, aber da gehen die Meinungen auseinander. Die einen behaupten, dass man in diesem Alter noch keine endgültigen Rückschlüsse auf das Wesen des erwachsenen Hundes ziehen kann, die anderen sagen, dass das sehr wohl der Fall ist. Da einem als Züchter zuweilen auch die wichtige Aufgabe obliegt, dem Welpeninteressenten den "richtigen" Welpen auszusuchen, würden mich ihre Erfahrungen sehr interessieren. Liebe Grüße Frederike
Beitrag "Alfred
Müller" vom Donnerstag, April 1, 2004
... das ist wirklich eine sehr interessante Frage... Welche Charakterzügen und
Besonderheiten ein Welpe entwickelt, kann ein aufmerksamer Züchter relativ
früh beobachten. Über den ganzen Zeitraum der ersten Wochen hinweg gewinnt man
- trotz der mitunter unregelmäßiger Entwicklungsphasen - fast täglich neue
Erkenntnisse über die einzelnen Welpen. Um einen Vergleich zu haben, werden von
den Zuchtwarten (in der ZG) zwei Beobachtungs-„Zeitfenster“ herangezogen. Es
ist die erste Lebenswoche (Wurf-Erstbesichtigung) und die 7./8. Woche
(Wurfabnahme). Diese „Momentaufnahmen“ werden durch die Beobachtungen des
Züchters vervollständigt. In den ersten Tagen erfährt man sehr viel über die
Vitalität eines Welpen und über angeborene Merkmale die später manchmal nicht
mehr zu erkennen sind, während die 7.8. Woche – es ist die abenteuerlichste
und schönste Zeit für den Züchter - schon recht deutlich zeigt wo es lang
geht. Wenn die ersten Welpeninteressenten beim Züchter auftauchen –
üblicherweise nach der 4. Woche – wissen die meisten Züchter schon recht
genau, welcher Welpe zu welcher Person oder Familie passen könnte; man kann
also schon die wichtigsten Wesenszüge zumindest andeutungsweise erkennen. Wenn
Sie frühzeitig mit dem Züchter in Kontakt treten, (der möchte Sie natürlich
auch kennen lernen) dann dürfte nichts schief laufen. Lunas 308g sind gar nicht
sooo wenig. Wir hatten mal eine Hündin mit 225 g die sich als sehr energisch
und vital erwiesen hat. Sie hat den ganzen Wurf (einschließlich
Züchterfamilie) auf Trab gehalten. Viele Grüße Alfred Müller
Beitrag "Birgit Ahmann (ZG)" vom Freitag, April 9, 2004
... da ich meinen B-Wurf erst vor wenigen Tagen ins neue Zuhause entlassen habe, ist mir der Eindruck "vom Wesen meiner Welpen" noch ganz nah. Anfang Februar kamen die drei Hündinnen und die drei Rüden auf die Welt und ich verbrachte schon von Anfang an sehr viel Zeit, die Kleinen in der Wurfkiste zu beobachten. Als Zuchtwart weiß ich, dass das Zeitfenster, in dem es zu beobachten gilt, recht kurz, aber durchaus aussagekräftig, ist. Also stellte ich mich nun als Züchterin selber zum zweiten Mal der Herausforderung, den richtigen Welpen an die richtige Stelle zu setzten. Am Anfang stand für mich die Beobachtung der zuerst noch recht instinktgesteuerten Verhaltensweisen meiner sechs: Zielstrebig fanden alle den Weg zur mütterlichen Zitze,waren vital und von sehr ähnlichem Verhalten. Spätestens nach Öffnen der Wurfkiste am 21. Lebenstag erkannte ich jedoch schon individuelle Unterschiede. Die Beobachtungen dieser wurden von mir in Verbindung gesetzt mit den unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen, welche die zukünftigen Welpenplätze der neuen Besitzer an den Hund haben: Ein Rüde sollte Einzelhund bei einem rollstuhlfahrenden Herren werden, ein weiterer Rüde soll zu seinem 3jährigen Vater gehen, ein weiterer Rüde soll zu seinem 6jährigen Onkel gehen. Letztere zwei Plätze erschienen mir von der Besetzung her recht anspruchsvoll, da in einem Verbund gleichgeschlechtlicher Hunde Konkurrenzverhalten möglich ist und deshalb auch die Position des menschlichen Rudelführers zu beachten ist! Bei den Hündinnen stellte sich folgende Situation: eine Hündin sollte bei mir bleiben, also muß sie sich in mein schon vorhandenes Rudel von 6jähriger Mutterhündin und fast 9jährigem Rüden (welcher übrigens der leibliche Großvater des Wurfes ist) zu integrieren sein. Eine weitere Hündin sollte zu ihrem Halbbruder aus meinem A-Wurf gehen (Sie sehen, bei mir bleibt vieles "in der Familie"). Die dritte Hündin sollte als Einzelhund in eine Familie, um dort den Platz der verstorbenen Hündin einzunehmen. Beobachtungen und Wahrnehmungen wurden von mir protokolliert und ausgewertet, parallel dazu diese mit den neuen Besitzern besprochen, um vor allen Dingen die Rüden an die richtige Stelle zu setzten. Dann geschah in der 3. Lebenswoche etwas Ungeplantes und für mich sehr Trauriges : Ein kleiner Hündinnenwelpe verstarb nach einem Darminfekt. Die Gedanken um die "Verteilung" der Hündinnen ging von neuem los: Wer bekommt denn nun KEINE Hündin? Schlaflose Nächte, dann die Entscheidung: ICH werde aus persönlichen Gründen verzichten. Die helle Hündin geht nun zu ihrem Halb-Bruder, die dunklere wird Einzelhund. Wenigstens das ist geklärt. Es geht mit der Aufteilung der Rüden weiter: Soll ich meinen offenen und neugierigen Rüden auf die Stelle des rollstuhlbegleitenden Hundes setzten? Oder lieber nicht? Was wird von diesem Rüden in solcher Situation erwartet? Soll ich darüber hinaus meinen etwas zurückhaltenden Rüden an die Seite seines noch recht jungen Vaters setzen oder sind meine Wahrnehmungen diesbezüglich nur Momentaufnahmen, welche sich in der alltäglichen Praxis nicht bestätigen würden? Soll ich meinem interessierten, etwas neugierigen Rüden den älteren Onkel zur Seite stellen? Oder habe ich nicht richtig beobachtet? Bin ich mir wirklich sicher? Was ist, wenn diese Konstellationen nicht gut gehen? Nach vielen Gesprächen und etlichen "Kopfschmerztagen" endlich die Entscheidung --- wie oben benannt! Alle Hunde haben sich jetzt nach nur wenigen Tagen gut eingelebt, alle Besitzer schon Beziehungen zu ihren Tieren aufgebaut, den Rest wird man sehen..... In der Reflexion meiner Wahrnehmung ist mir übrigens aufgefallen, intuitiv schon recht früh das "endgültige Lösungsmodell" gewusst zu haben. Mir bleibt die starke Hoffnung, dass mich auch dieses Mal mein "Bauchgefühl" nicht im Stich läßt. Liebe Grüße, auch an meinen A-Wurf. Birgit Ahmann
Beitrag "Borchers" vom Freitag, Mai 21, 2004
... wir sind stolz hier schreiben zu dürfen, dass wir einen Welpen (Hündin) von Frau Birgit Ahmann bekommen haben. Eigentlich müssen wir schreiben "zwei", da wir ja schon vom ersten Wurf also vom A-Wurf einen wunderschönen Rüden bekommen haben. Sie sind beide sozial sehr verträglich und unheimlich lieb. Allerdings muss man schon sagen, dass Brooke viel wilder ist als es Akim jemals war. Sie ist auch viel vorwitziger und auch ein bisschen frecher in ihrer Art. Als wir die kleine Brooke abgeholt haben, war Akim auch hinten im Wagen dabei, die Kleine ist von ihm sofort ins Herz geschlossen worden und ich glaube, dass für sie dadurch auch der Abschied nicht ganz so schwer gefallen ist. Sie hat sich von Anfang an immer neben Akim gelegt, als wollte sie bei ihm Schutz suchen. Auch wenn wir zusammen raus gingen, so lief sie immer schnell unter Akim, wenn sie sich nicht ganz sicher fühlte. Auch in der Welpenschule gibt es für uns doch sehr viele Unterschiede zu erkennen. Da wo Akim sehr scheu und nur sehr vorsichtig ran ging, da ist vor Brooke eigentlich nichts sicher. Wenn ich einen Moment nicht aufpasse, so hat sie schon wieder irgendwelche Dummheiten ausgeheckt. Es ist wie bei kleinen Kindern, man weiss nicht was sie im nächsten Augenblick anstellen. Sie ist manchmal unberechenbar wie ein Blitz und im nächsten Moment tut sie so als wenn sie kein Wässerchen trüben könnte. Wir können nur sagen, Akim und Brooke sehen sich zwar sehr ähnlich, aber sie haben trotzdem nichts gemeinsam - außer ihrer Mutter und uns als ihre Besitzer. Liebe Grüße Andreas und Margarete Borchers, mit Akim und Brooke