| Eurasier - Rassehund - ein klasse! Hund |
|---|
Frau Maike Ley, Nordheimstr. 2, 27476 Cuxhaven
Tel: 04721 - 714559, Email: welpenvermittlung.zg@eurasier-online.de
Endlich ist es soweit, Sie können Ihr neues "Familienmitglied" abholen! Geben Sie dem Züchter rechtzeitig den genauen Abholtermin bekannt, damit der Welpe vorher nicht mehr gefüttert wird - so gibt es in der Regel keine Probleme mit Erbrechen während der Autofahrt. Ein Hund, der während der ersten Autofahrt erbrechen muß, könnte später ungern ins Auto einsteigen. Die meisten Eurasier sind aber begeisterte Autofahrer.
Da Sie den Wurf schon vorher besucht haben (sehr empfehlenswert 4.-6. Woche), ließen Sie ja ein Textilstück zum "Geruchannehmen" da. Auf diese "Schmusedecke", die den Geruch von Mutterhündin und Wurfgeschwistern an sich hat, legen Sie den Welpen dann im Auto, oder halten Sie den Welpen während der Fahrt auf dem Schoß. Bei einer längeren Fahrt machen Sie abseits vom Verkehr (also nicht auf einem vielbesuchten Autobahnrastplatz) eine Pause und setzen Sie Ihren Eurasierwelpen angeleint ins Gras, damit er evt. sein Geschäftchen erledigen kann. Bieten Sie ihm etwas Wasser an, aber kein Futter.
Kommen Sie nach langer Auto- oder Zugfahrt zu Hause an, bringen Sie den Welpen sogleich an einen Platz, an dem er sich lösen kann (meist bevorzugt er Gras o.ä.). Loben Sie ihn, wenn es geklappt hat, aber seien Sie geduldig, vielleicht schnuppert der Kleine erst eine Weile. Dieser Platz sollte auch in den nächsten Tagen immer wieder aufgesucht werden können.
Selbstverständlich sollte am ersten Tag nur die Familie da sein. Bei einer großen Familie sollten sich zuerst nur ein oder zwei Personen intensiv um den Welpen kümmern, die anderen sollten sich möglichst zurückhaltend verhalten, um dem Kleinen genügend Ruhe zukommen zu lassen. Vermeiden Sie auf jeden Fall, daß sich Nachbarn und Freunde auf den Neuling stürzen und er durch die Vielzahl der "neuen Rudelmitglieder" (Gehören sie überhaupt dazu?) verschreckt und irritiert wird.
Nach einem ersten Beschnuppern des neuen Zuhauses (bitte nicht auf einmal alle 8 Zimmer und Kellerräume des Hauses, die 2 Haupträume reichen für das erste Kennenlernen) wird Ihr Welpe sicher bald müde werden. Führen Sie ihn dann zu dem für ihn vorgesehenen Schlafplatz (mit "Schmusedecke"), setzen Sie ihn dort mit dem Wort "Platz" ab und beschäftigen Sie sich noch ein Weilchen mit ihm. Lassen Sie dem Kleinen dann seine Ruhe, er braucht sie dringend nach all der Aufregung, aber bleiben Sie in seiner Nähe. Oft sucht sich Ihr Eurasierwelpe selbst instinktiv den aus seiner Sicht besten Platz zum Schlafen. Wenn irgend möglich, sollte "sein Mensch" diesen akzeptieren.
Stellen Sie ihm, wenn er wieder wach ist und draußen gewesen ist, etwas von dem Futter hin, das Ihnen der Züchter mitgegeben hat. Machen Sie sich jedoch keine Sorgen, wenn der Welpe nicht fressen will. Viele Eurasierwelpen fressen während der ersten Tage in der neuen Umgebung nicht so gut. Achten Sie aber darauf, daß der Wassernapf stets mit frischem Wasser gefüllt ist. Ein Welpe hat viel Durst.
Es kann sein, daß die erste Nacht ganz problemlos verläuft, abgesehen davon, daß Ihr kleiner Eurasier einmal oder auch mehrmals raus muß (Stellen Sie sich ggf. den Wecker!).
Sollte Ihren Welpen in den ersten Nächten jedoch das Heimweh nach Mutter und Geschwistern überfallen und sollte er zu weinen beginnen, gibt es zwei Möglichkeiten:
Setzen Sie sich wieder für eine Weile zu ihm an seinen Platz, streicheln Sie ihn und versuchen Sie ihn zu beruhigen. Geben Sie ihm seine "Schmusedecke", versuchen können Sie es auch mit einem in ein Tuch eingewickelten Wecker - das gleichmäßige Ticken beruhigt - und gehen Sie dann wieder. Wenn das nicht hilft, nehmen Sie sein Körbchen oder seine Decke mit ans Bett (nicht ins Bett!) und streicheln Sie den Welpen hin und wieder, damit er Ihre Nähe spürt. Nach einigen Tagen können Sie es dann wieder mit dem alten Platz versuchen.
Schläft der Welpe zu Anfang in Ihrer Nähe, dann können Sie auch während der Nacht leicht merken, wenn er unruhig wird und nach draußen muß, um sein Geschäftchen zu erledigen. Nach ein paar Tagen wird er schon über Nacht durchhalten können. Auch wenn Ihr Welpe noch nicht ganz stubenrein bei Ihnen ankommen sollte, mit Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit des Besitzers und Konsequenz wird jeder Hund in wenigen Tagen sauber.
Nach der ersten größeren Ruhepause -- der Schlafplatz sollte für alle Störungen (auch durch die Kinder) tabu sein, hier muß der Welpe seine Ruhe haben, wenn er sich zurückziehen will, denn er braucht noch viel Schlaf -- im neuen Heim ( und dem kleinen Spaziergang - Sie wissen schon - ) lassen Sie Ihren Welpen seine neue Umgebung untersuchen. Hier und da können Sie möglicherweise gleich korrigieren, falls er z.B. den Sessel ersteigen möchte, sagen Sie bestimmt "Nein!" und setzen den kleinen Kerl wieder auf den Boden zurück (das müssen Sie vielleicht 5 mal oder öfter nacheinander tun, bleiben Sie bei Ihrer Meinung). Nimmt er ein für ihn vorgesehenes Spielzeug auf, nutzen Sie gleich die Gelegenheit zu einem freudevollen Spielchen.
Natürlich vermißt Ihr kleiner Eurasier in erster Linie das bisher gewohnte Spiel mit seinen Geschwistern. Also sucht er schon in den ersten Tagen des Eingewöhnens und Kennenlernens mit der typischen Spielaufforderungsgebärde das Spiel mit Ihnen, seinem neuen Rudel. Wer einmal dem Spiel von Welpen und Junghunden zugeschaut hat - sicher konnten Sie dies beim Züchter zeitweise tun - , weiß, welche Vielfalt von Reaktionen bei dieser Kontaktpflege (Sozialisierung) möglich ist, die der Welpe auch von uns erwartet.
Aber Spiel ist bekanntlich auch Vorbereitung für den Ernst des Lebens, das bedeutet also für Ihren kleinen Eurasier: Lernen im Kontakt mit den Menschen und im Kontakt mit anderen Tieren, denn im Umgang mit beiden soll er sich in Zukunft zurechtfinden und richtig verhalten.
Spielen - Ruhen - Fressen - Schlafen - je regelmäßiger der gesamte Tagesrhythmus abläuft, desto einfacher ist die Aufzucht des Welpen. Behalten Sie ihn in den ersten 4 Wochen ständig im Auge (um ein Mißgeschick zu verhindern), aber überwachen und bedrängen Sie ihn nicht dauernd. Lassen Sie ihm Ruhepausen und geben Sie ihm das Gefühl, dass er nun ein neues Rudel gefunden hat.
Und dann....
Sicher haben Sie sich schon überlegt, was Ihr kleiner Hausgenosse bei Ihnen darf und was nicht: Darf er ins Wohnzimmer? Darf er auf die Sessel? Darf er bei Tisch betteln? usw.
Wenn nicht, sollten Sie diese Überlegungen sofort nachholen! Vom ersten Tag an müssen Sie Ihrem kleinen Eurasier freundlich aber bestimmt seine Grenzen setzen. Jeder kleine Eurasier beherrscht den "treuen Dackelblick", lassen Sie sich nicht einwickeln. Die gesamte Familie muß sich dabei einig sein, sonst versteht Ihr Hund sein Rudel nicht!
Denken Sie rechtzeitig daran, Welpenfutter, Fleisch (evtl. auf Vorrat in Portionen in die Kühltruhe), Hundekuchen etc. zu besorgen. Auch Spielzeug braucht Ihr Welpe, damit er Teppiche und Möbel nicht "bearbeitet". Ein Kauknochen ist wichtig, ein Tennisbällchen in eine Socke geknotet, ein altes Tuch mit einem dicken Knoten, ein Zopf aus alten Strumpfhosen, (vielleicht ein alter Pantoffel nur für den Hund), im Garten Stöckchen, Holzscheite, eine Ecke zum Buddeln, ein Bohle zum Balancieren, all dies macht dem Welpen viel Spaß, besonders wenn ein "Rudelmitglied" sich an den Spielen beteiligt.
Mit dem Kauf eines jungen Hundes hat man die Verantwortung für ein Tier übernommen, das sein Leben lang auf seinen Menschen angewiesen ist! Hieraus ergeben sich Pflichten. So darf man in der ersten Zeit nicht seinen Unmut über ein Pfützchen, das man in der Wohnung entdeckt, am Welpen auslassen. Möglicherweise haben Sie seine Unruhe übersehen! Nur wenn Sie Ihren Welpen auf "frischer Tat" ertappen, können Sie ihn mit lautem "Pfui" maßregeln. Nehmen Sie ihn dann sofort auf und bringen Sie ihn zu dem schon bekannten Platz, an dem er sich lösen soll. Gelingt jetzt hier ein Geschäftchen, sparen Sie nicht mit Lob. Der kleine Hund braucht menschliche Hilfe, verständnisvolle, die ihm die Gewöhnung an die Vorstellungen des neuen Rudels ermöglicht.
Bedenken Sie:
In der Regel muß der Welpe in der ersten Zeit alle zwei Stunden raus, um sich zu lösen. Auf jeden Fall muß er raus sofort nach dem Schlafen, nach lebhaftem Spiel, nach dem Fressen (dann allerdings keinen langen Gang!), und immer dann wenn er unruhig wird, trippelt, zur Tür läuft, raus mit dem kleinen Kerl, denn je mehr "Erfolge" Sie draußen am richtigen Ort verzeichnen, um so einfacher ist die Sauberkeitserziehung. Es ist vergleichbar der Erziehung eines Kleinkindes zur Sauberkeit - erst wenn verstanden ist (durch viel Lob ), was der Erwachsene erwartet, kann ein eigenes "Bemerkbar machen" erwartet werden. Beim Welpen wird dies zunehmende Unruhe sein, evt. Laufen zur Tür, möglicherweise auch vermehrtes Schmusen, mit der "Pfote schlagen", jeder Hund entwickelt da sein eigenes Verhalten, das wir nun nur noch richtig und vor allem sofort deuten müssen. Es eilt dann!
Sein "Lager" hält jeder Welpe sauber. Wenn er "muß", zwingt es ihn also auch nachts von seinem Platz. Das ist das Signal für Sie, auch mitten in der Nacht, nichts wie raus und bei Erfolg viel loben, aber nicht Verärgerung zeigen, wenn Sie auch mal "umsonst" nach draußen waren (kleine Eurasier, die sich langweilen, betrachten auch schon mal gerne "die Landschaft").
Nur Geduld und Verständnis des Menschen lassen den Welpen "sauber" werden, nur wenn wir uns hundegerecht verständlich machen in dem, was wir erwarten, kann der Welpe in seinem Bestreben uns zu gefallen auch das Richtige am richtigen Platz tun. Fragen Sie sich bei einem Mißerfolg, was Sie möglicherweise fehlverstanden haben, scheuen Sie sich nicht, umgehend auch beim Züchter oder der ZG Hilfe zu erfragen.
Gisela Aach