Beurteilung der Patellaluxation PL 

(nach Singleton)   

von Gisela Aach

(Vervielfältigungen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors)

 

Patella = Kniescheibe. Die Luxatio patellae (Patellardislokation) ist eine der häufigsten Erkrankungen beim Hund. Man unterscheidet die angeborene, kongenitale von der traumatisch bedingten Patellaluxation.

Die Untersuchung des Tieres erfolgt durch Adspektion des Tieres in Ruhe und Bewegung (Beobachtung) sowie durch Palpation (Tastbefund). Dazu werden keine Medikamente, insbesondere keine Betäubungsmittel eingesetzt.

Beurteilung

PL 0 - keine Luxation feststellbar, nicht luxierbar.

PL 1 - In Beuge- und Streckhaltung kann die Kniescheibe durch Druck von medial/lateral luxiert werden. Ein Einstellen des Drucks führt zur spontanen Reposition. Die betroffenen Hunde zeigen selten Lahmheit.

PL 2 - Die Patella kann durch Fingerdruck von Medial/lateral oder durch Strekken des Knies durch den Untersucher oder das Tier selbst luxiert werden. Die Patella bleibt medial/lateral luxiert und springt durch Druck von medial/lateral oder durch aktives Beugen und Strecken zurück. Die Lahmheit variiert von gelegentlichem Aufziehen des Beines bis zur permanenten hochgradigen Lahmheit.

PL 3 - Die Kniescheibe ist nach medial/lateral luxiert. Sie kann durch Druck von medial/lateral in ihre normale Stellung zwischen die Rollkämme gebracht werden. Einstellen des Druckes auf die Patella bewirkt ein erneutes 
Luxieren der Kniescheibe. Vielfach zeigen die Hunde eine mehr oder weniger starke permanente Lahmheit.

PL 4 - Die Kniescheibe ist permanent nach medial/lateral luxiert. Eine Reposition ist nicht möglich. Die Hunde zeigen permanente Lahmheit.

Auf dieser Grundlage erwartet die Zuchtgemeinschaft für Eurasier e.V. die Untersuchung der Junghunde im Rahmen der verterinärmedizinischen Untersuchungen im Alter von ca. 15 - 20 Monaten (auch der Dachverband VDH hat dieses Schema publiziert).

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Zuchtgemeinschaft für Eurasier e.V.