
Voraussetzungen zur Zucht für den Hündinnenbesitzer
von Gisela Aach
(Vervielfältigungen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors)
Unsere Eurasier sind eine junge, von Anfang an sehr sorgsam erzüchtete Rasse. So muss natürlich jede Hündin, die zur Zucht eingesetzt werden soll, ein besonderes Qualifizierungsverfahren durchlaufen, ebenso wie die Zuchtstätte geprüft wird und der Züchter seine Sachkunde nachweisen muss.
1. Die Hündin muss angekört sein (siehe auch Züchterecke/Ankörverfahren) und darf für den Erstwurf das 5. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
2. Sie, der Besitzer, müssen Zeit investieren können: Die Fahrt zum Deckrüden kann, besonders beim ersten Mal, möglicherweise bis zu 8 - 10 Tage Urlaub kosten. Die Trächtigkeit dauert 61-65 Tage und vom Beginn der Geburt bis zur Wurfabgabe (Welpenalter 8 – ca. 9 Wochen) muss sich der Züchter um die Hündin kümmern, d.h. Sie können z.B. in dieser Zeit nicht zu einem Kurzurlaub aufbrechen und den Wurf Fremden oder Nachbarn überlassen. Solches Verhalten wäre verantwortungslos gegenüber den künftigen Besitzern und zöge auch für die Zukunft ein Zuchtverbot nach sich.
3. Die äußeren Voraussetzungen müssen stimmen: Eine Etagenwohnung, auch mit Balkon, ist ungenügend. Garten ist ein Muss! Dabei kommt es nicht auf die Quadratmeterzahl an, sondern auf die vielfältigen Möglichkeiten für die Welpen Erfahrungen zu sammeln. Die Hündin und ihre Welpen brauchen eine Wurfkiste (in einem Wurfzimmer bzw. einer Wurfecke), die eine ruhige Rückzugsmöglichkeit bietet. Gemäß ihrem Alter brauchen die Welpen dann zunehmend Freiraum/Auslauf, damit die Entwicklung optimal verlaufen kann. Hierbei muss der Kontakt zum Menschen ständig möglich sein. Gut wäre es, wenn der Gartenbereich für die Welpen vom Wurfzimmer zu erreichen ist. Der Transport von z.B. sechs Wochen alten, vitalen Welpen mehrmals am Tag erfordert zusätzlich Zeit, Geduld und auch einiges Geschick. Treppen lassen sich evt. welpengerecht umbauen bzw. überbauen und auch ein Hobbyraum im Kellergeschoß ist möglicherweise ein gutes Wurfzimmer, wenn die Hündin nicht fremd ist, d.h. wenn sie sich auch sonst dort aufhält und wenn er nicht weit von den bewohnten Räumen entfernt ist ("Hörkontakt" muss möglich sein).
4. All diese Dinge können Sie mit dem Zuchtwart besprechen, der zur Zwingererstbesichtigung zu Ihnen kommt. Er berät Sie gerne und hat sicher auch den einen oder anderen Tipp zur Durchführung der Welpenaufzucht für Sie bereit. Es lohnt sich aber bereits im Vorhinein bei Bekannten und Verwandten evt. auszurangierende Leinen- und Biberbetttücher zu sammeln - zum Auslegen der Wurfkiste . Auch ein ausgedienter Teppichboden leistet im "Wurfzimmer" gute Dienste, sei es zum Schutz des vorhandenen Bodens oder als Wärmedämmung auf Kellerböden, auch als "Rutschschutz" auf Plattenböden.
5. Wenn all diese Dinge erledigt sind und eine sehr gute Welpenaufzucht gewährleistet scheint, können Sie für die nächste Läufigkeit Ihrer Hündin bei der Zuchtleitung eine Deckerlaubnis beantragen. Mit dieser werden Ihnen zu Ihrer Hündin passende Rüden benannt. Näheres klären Sie bitte im persönlichen Gespräch mit Ihrem Zuchtwart.
Zuchtgemeinschaft für Eurasier e.V. : http://www.eurasier-online.de